Vegan ist besser?

ein weiterer Standpunkt (hier von Sarah Wiener) zur Thematik bzw. Problematik einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Ernährung: LINK

Vegane Ersatzprodukte sind ein Tor für die Nahrungsmittelindustrie, um noch mehr künstliche, stark verarbeitete Lebensmittel minderer Qualität auf den Markt zu werfen. Aber je gezielter und selbstverständlicher wir unsere Nahrungsmittel nach unserer Vorstellung kreieren, desto mehr entfernen wir uns von der Natur – und damit von unseren Wurzeln. Für mich stellt sich durchaus die Frage, ob es nicht unser Schicksal ist, auch Tiere zu essen – weil wir Allesfresser sind, weil wir bestimmte tierische Enzyme brauchen, um gesund zu bleiben und weil der Tierdung unsere Felder düngt. Doch eines muss klar sein: Unsere Bestimmung ist sicher nicht, Tiere wesensfremd zu halten und zu füttern – und ihnen keinen würdevollen Platz als Mitgeschöpfen einzuräumen.

Was will ich damit sagen? Es ist nicht einfach mit der richtigen Ernährung in diesen Zeiten. Wir haben alle schon genug Stress zu Hause und im Job. Wir können nicht alle zu Ernährungsexperten werden. Die Lösung aber ist ganz einfach. Denn die simpelsten Wahrheiten sind immer noch die besten: Kochen Sie selber und mit natürlichen Zutaten. Kaufen Sie saisonal und regional. Und essen Sie nur ab und zu ein Stückchen Fleisch – aus artgerechter Tierhaltung!

Was denken Sie?

UPDATE: 26. Juni 2015

Eine Antwort auf Sarah Wiener:

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Paul Ivic, Koch des vegetarischen Sternerestaurants TIAN in Wien:

„Jede Meinung ist politisch. Die großen Köche müssten da noch aktiver und meinungsfroher sein und ihren jungen Kollegen sagen: Schaut euch an, wo das Zeug herkommt, das ihr verwendet! Akzeptiert es nicht, dass ihr Fleisch von Rindern aus Argentinien und Brasilien bekommt, die mit Gensoja gefüttert wurden! Wir Köche sind verantwortlich, ein Bewusstsein zu schaffen und die Produzenten auf den richtigen Weg zu bringen. Es geht doch um Lebensmittel!“

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Über Andersesser…

und die Frage nach dem moralisch/ethisch korrekten Leben/Essen/Einkaufen…

„Dabei ist Ernährung halt doch was sehr persönliches: denn wir lassen nur wenig an uns ran und da gilt es scheinbar das, was wir in uns rein lassen in besonderem Maße auch vor uns und anderen zu legitimieren. Dazu besteht kein Grund. Die persönliche Ernährung ist abhängig von vielen sehr persönlichen Faktoren: Geschmack zum Beispiel. Einkommen. Lebensumstände. Religionszugehörigkeit. Moral. Allergien. Um nur mal ein paar der Mitentscheider zu nennen. Alles ziemlich persönlich und eben nicht geeignet politisiert zu werden, weil wir dann immer nur über den eigenen Standpunkt diskutieren, uns selbstreferenziell um uns und Andersessende drehen, statt anzufangen wirklich nachzudenken und dann gemeinsam (!) über unsere eigenen Tellerränder hinaus zu schauen.“

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