Medienkompetenz ist nicht gleich Nachrichtenkompetenz

Eine Studie zu einem zentralen Baustein der Medienkompetenz an deutschen Schulen

Wie die Auswertung von Dokumenten der Kultusministerministerkonferenz zeigt, ist die Förderung von Medienkompetenzen in den gemeinsamen Bildungsvorgaben durch die Länder schon relativ umfassend verankert und wird neuerdings sogar stark betont. Nachrichtenkompetenz spielt dabei nahezu keine Rolle. Nur zum Schulfach Deutsch werden vereinzelte, sehr allgemeine Vorgaben gemacht. In den Dokumenten zur Medienbildung finden sich erstaunlicherweise keinerlei Vorgaben zur Vermittlung von Fähigkeiten im Umgang mit journalistischen Medien – abgesehen von einer explizit zum Ausdruck gebrachten Wertschätzung für Nachrichten. Mit den „grundlegenden digitalen Kompetenzen“, die im neuestes KMK-Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt“ eingefordert werden, sind daher wohl eher technische Aspekte der Computerbedienung gemeint.

Nachrichtenkompetenz in Schulen: mangelhaft | Übermedien: LINK

Computer in die Schulen?

Kontroverse Diskussionen: LINK

Der zu früh verstorbene Frank Schirrmacher hat einmal geschrieben, er sei nicht gegen das Internet, er sei ja auch nicht gegen das Wetter. Der Satz stammt aus dem Jahr 2007, dem Jahr, in dem mit dem ersten iPhone das mobile Internet in unseren Alltag Einzug hielt. Selbst Schirrmacher hätte wohl kaum vorhergesehen, wie schnell Smartphones diesen Alltag umkrempeln würden.

In anderen Ländern: LINK

Die Olari-Highschool in Espoo liegt nur eine halbe Autostunde von Helsinki entfernt. Als Schulleiterin Kaisa Tikka auf die Idee kam, für ihre Schule Tablets anzuschaffen, fragte sie niemanden, ob sie das darf. Sie spazierte in den nächsten Laden und kaufte ein. Zunächst für drei interessierte Kollegen und sich. Der Einsatz der Geräte im Unterricht überzeugte sie und so fragte sie bald bei einer Versammlung im Lehrerzimmer: „Ich kaufe jetzt Tablets für die Lehrer. Wer will keines haben?“

Ein weiterer Beitrag auf Zeit Online: LINK

Wir kaufen ein, ihr kümmert euch um den Rest, bedeutet das im Klartext. Doch genau hinter diesem vermeintlichen Rest verbirgt sich die eigentliche Großbaustelle. Seit Jahren ringen Länder, Kommunen und Schulträger um die Frage, wie digitale Bildung nachhaltig in die Schulen implementiert werden soll. Erst Technik anschaffen, dann Lehrer fortbilden, dann Unterrichtsmethoden und -inhalte entwickeln, dann pädagogische Studiengänge reformieren? Oder umgekehrt? Und wer bezahlt das alles?